Systemische Beratung, Therapie und Supervision
im Bereich der Erziehungshilfen.

Wir helfen Familien in Krisen.
Gemeinsam finden wir Wege, auf denen neuer Zusammenhalt wächst.

Empfohlene Einrichtung der DGSF

Alles systemisch?

Systemische Berater und Therapeuten aus Berlin/Brandenburg positionieren sich

Stellungnahme der DGSF-Regionalgruppe Berlin-Brandenburg:
"Mit kritischem Auge und wachsendem Unbehagen beobachten wir systemischen Berater und Therapeuten der Regionalgruppe Berlin-Brandenburg der Deutschen Gesellschaft für Systemische Therapie, Beratung und Familientherapie die Entwicklungen in der Berliner Jugendhilfe/ Psychosozialen Versorgung.

Vor allem der "Ausverkauf" systemischer Ideen, Haltungen und Methoden ist uns ein Dorn im Auge. Systemische "Labels" werden missbraucht, lineare, einfache Lösungsideen werden als "systemisch"  verstanden. In Fortbildungen für Berliner Jugendämter zur Sozialraumorientierung ist das bereits gängige Praxis....."



Das BVG revidiert Entscheidung zum Sorgerecht

Das Bundesverfassungsgericht klopft psychologischen Gutachtern auf die Finger. Damit stärkt es Eltern den Rücken, denen das Jugendamt ohne Not ein Kind wegnehmen will. Ein Fall statuiert ein Exempel.(....)Die Eltern, so bekräftigt es Karlsruhe, „können grundsätzlich frei von staatlichen Eingriffen nach eigenen Vorstellungen darüber entscheiden, wie sie die Pflege und Erziehung ihrer Kinder gestalten und damit ihrer Elternverantwortung gerecht werden wollen“. Es gehört nicht zur Ausübung des staatlichen Wächteramtes, „gegen den Willen der Eltern für eine bestmögliche Förderung der Fähigkeiten des Kindes zu sorgen“.

Mit anderen Worten: Eltern sind Schicksal und Lebensrisiko ihrer Kinder - und sollen es bleiben. Das ist in Zeiten des erzieherischen Enhancement-Wahns ein höchstrichterliches Plädoyer für Tiefenentspannung. Man kann dafür nur dankbar sein.
Frankfurter Allgemeine Zeitung, Feuilleton, 04. Dezember 2014



Aus Kinderschutzfehlern lernen

21. Oktober 2014 von Tom Levold | Keine Kommentare

K. Biesel & R. Wolff (2014)
Aus Kinderschutzfehlern lernen

„Aus Kinderschutzfehlern lernen“ eignet sich gut als Motto für das wissenschaftliche und praktische Lebenswerk von Reinhart Wolff, der gestern seinen 75. Geburtstag feierte. Es ist der Titel seines neuesten Buches, das er gemeinsam mit Kay Biesel, Professor für Kinder- und Jugendhilfe an der Fachhochschule Nordwestschweiz, verfasst hat und welches in diesem Jahr im transcript-Verlag in Bielefeld erschienen ist. Wie der Untertitel verrät, geht es nicht um eine theoretische Abhandlung, sondern um „eine dialogisch-systemische Rekonstruktion des Falles Lea-Sophie“. (...)

Das vorliegende Buch hat sich zum Ziel gesetzt, diesen Fall in einem „dialogisch-systemischen Fall-Labor“ aufzuarbeiten. Das Ergebnis, um es vorweg zu nehmen, ist ein herausragendes Beispiel für gute sozialwissenschaftliche Forschungsliteratur, die
von größter Bedeutung für alle Praktikerinnen und Praktiker der sozialen Arbeit ist.

Gute Kasuistik ist selten. Das gilt für den Bereich der Psychotherapie genauso wie für den Bereich der sozialen Arbeit. Wenn
wir in der Literatur auf Fallbeispiele stoßen, handelt es sich in der Regel eher um Fallvignetten unterschiedlicher Länge, die die Ansicht oder Darstellung eines Autors illustrieren oder bestätigen sollen, etwa um eine erfolgreiche Intervention oder Behandlungsstrategien zu unterlegen. Bei dieser Art der Fallnutzung handelt es sich fast immer um eine hochselektive Verwendung des Materials. Das verstellt aber in der Regel den Zugang zu der Frage, was wir denn eigentlich aus einem Fall lernen können, da der Fall als solcher kein „Eigenleben“ führt, sondern nur ausschnittweise „vorgeführt“ wird.

Will man aus Fällen lernen, muss die Kasuistik den umgekehrten Weg gehen.....