Systemische Beratung, Therapie und Supervision
im Bereich der Erziehungshilfen.

Wir helfen Familien in Krisen.
Gemeinsam finden wir Wege, auf denen neuer Zusammenhalt wächst.

Empfohlene Einrichtung der DGSF

Glossar

Von Allparteilichkeit bis Zirkularität

Hier finden Sie viele Begriffe und Erläuterungen zur Familientherapie, den gebräuchlichen Methoden und anderen Fachwörtern. 

Das Glossar erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

A - B - C D - E - F  -  G - H - I - J  -  K - L - M  - 

N - O - P  -  Q - R - S  -  T - U - V  -  W- X - Y - Z

A - B - C

Allparteilichkeit / Neutralität
Allparteilichkeit, bzw. Neutralität bedeutet, dass der Berater / Therapeut eine Haltung einnimmt, die offen für verschiedene ggf. auch für widersprüchliche Sichtweisen ist. Auf diese Weise erhält er sich die Neugier, die zur Erforschung der verschiedensten Perspektiven nötig ist und eine Atmosphäre, in der Meinungen ohne Angst vor Abwertungen geäußert werden können. Neutralität bedeutet nicht, dass der Berater keine Position vertritt oder keine Meinung hätte. Eine Stellungnahme bezüglich des Kindeswohls ist ggf. durchaus gefragt.  

ASD
= Allgemeiner Sozialer Dienst im Jugendamt; in manchen Jugendämtern auch BSD = Bezirkssozialdienst

Auftragsklärung
Steht in egem Zusammenhang mit der Erabreitung von Zielen, die mit Hilfe der Beratung erreicht werden sollen. Die Auftragsklärung bezieht sich sowohl auf den gesamten Hilfeprozess, alsauch auf jede einzelne Beratungseinheit.

Anamnese
Bei der Anamnese wird die Vorgeschichte eines Klienten in Bezug auf seine aktuellen Probleme erhoben. Eine sorgfältige Anamnese schließt medizinische, psychische und soziale Aspekte mit ein. Die dabei erhaltenen Einzelinformationen erlauben oftmals Rückschlüsse auf die Problementstehung. Ein therapeutisches Anliegen ist damit nicht direkt verbunden, wenngleich bereits allein das Reden über die Probleme eine heilsame bzw. klärende Wirkung haben kann.

Bindung
Die Bindungstheorie ist eine psychologische Theorie, die auf der Annahme beruht, dass Menschen ein angeborenes Bedürfnis haben, enge und von intensiven Gefühlen geprägte Beziehungen zu Mitmenschen aufzubauen. Sie wurde von dem britischen Kinderpsychiater John Bowlby, dem schottischen Psychoanalytiker James Robertson und der aus den USA stammenden Psychologin Mary Ainsworth entwickelt.

Ihr Gegenstand ist der Aufbau und die Veränderung enger Beziehungen im Laufe des Lebens. Die Bindungstheorie basiert auf einer emotionalen Sichtweise der frühen Mutter-Kind-Beziehung. Sie verbindet ethologisches, entwicklungspsychologisches, psychoanalytisches und systemisches Denken.

Quelle: Wikipedia

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D - E - F

DGSF
Deutsche Gesellschaft für Systemische Therapie, Beratung und Familientherapie e.V., berufsübergreifender Fachverband
 
Diagnostik, systemisch

Mittels einer systemischen Diagnostik werden mit systemischen Methoden die Beziehungen zueinander und die Wechselwirkungen im Verhalten erkundet und die Ergebnisse der Familie wieder zurückgemeldet. Diese Vorgehensweise nimmt wiederum Einfluss auf das Familiensystem: der Prozess der systemischen Diagnostik bedeutet also stets auch Intervention. Systemische Diagnostik wir oft zur Klärung von Fragestellungen zu Ressourcen und zu Lösungsmöglichkeiten für ein bestimmtes Problem einer Familie eingesetzt. 

Familiensystemtest (FAST)
Der Familiensystemtest ist eine (klinische) Testmethode, in der mit Hilfe von Figuren emotionale Bindung, Grenzen und hierarchische Strukturen in der Familie oder in ähnlichen Sozialsystemen dargestellt wird. Neben Beziehungsmustern können auch deren Veränderungen dokumentiert und bewertet werden. Der Test setzt keine Lese- oder Schreibkenntnisse voraus.

„Familie in Tieren“ , „Familie in einem Boot“
Die o.g. Verfahren sind diagnostische Verfahren, die häufig im Kinder- und Jugendpsychiatrischen Kontext angewendet wird. Über die bildliche Darstellung der Familienmitglieder als Tiere mit den dazugehörigen Eigenschaften oder als arbeitende Besatzung eines Schiffes können wichtige Aspekte in der Beziehungsgestaltung und -dynamik erörtert werden. Die Verfahren liefern Informationen über die Sichtweisen und inneren Bilder der malenden Personen.

Feedback
Bezeichnet die Rückmeldung Außenstehender an eine Person oder Gruppe. Es geht dabei nicht um Lob oder Kritik an der Person, sondern um die Beschreibung, wie man eine bestimmte Handlung oder ein Verhalten wahrgenommen hat. Feedback sollte so formuliert werden, dass der andere es annehmen und davon profitieren kann.

FLS
= Fachleistungsstunde: je nach Region unterschiedlich definierte und berechnete Maßeinheit für die Leistungserbringung im Bereich der ambulanten Hilfen.

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G - H - I - J

Genogrammarbeit
Genogramm ist die Bezeichnung für eine grafische Darstellung, mit der man Familienkonstellationen, Positionen in der Geschwisterreihe, wichtige Ereignisse wie Todesfälle, Krankheiten etc. aufzeichnet. Daraus lassen sich Hypothesen zu Familienbeziehungen, generationsübergreifende Themen, Aufträge aneinander und Auswirkungen wichtiger Ereignisse ableiten.

Hausaufgaben
Durch individuelle Hausaufgaben zur Erledigung zwischen den Sitzungen werden Interventionen aus den Sitzungen verstärkt und eine Verpflichtung zur Arbeit an Veränderungen und neuen Handlungsweisen geschaffen. Ergebnisse aus diesen Hausaufgaben fließen in die nächste Sitzung ein.

Hypothesenbildung
Der systemische Berater/ Therapeut bildet Hypothesen über Kommunikationsmuster und Zusammenhänge von Verhaltensweisen. Hypothesen sind Annahmen und Ideen, die der Berater auf der Grundlage der Informationen und seiner Beobachtungen der Familie zur Verfügung stellt. Diese Intervention zielt darauf ab, festgefahrene Glaubenssätze zu „verflüssigen“ und neue Handlungsoptionen ins Spiel zu bringen.  

Intervision
bezeichnet eine professionelle Beratungsform, in der Kollegen sich gegenseitig ihre „Fälle“ vorstellen, verbunden mit einer Fragestellung oder einem bestimmten Anliegen.

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K - L - M

Kontexterweiterung
Für die Suche nach Lösungen einer festgefahrenen Situation kann die Einbeziehung von (beteiligten) Personen im Umfeld der Familie, Ideen aus anderen Bereichen oder andere Bewertungen dazu beitragen, zu einer Problemlösung zu kommen. Häufige Personen eines erweiterten Kontextes sind Großeltern, getrennt lebende Elternteile oder Partner, Lehrer, Erzieher, Verwandte und Freunde.

Krisenmanagement
Anhand der Analyse erlebter oder befürchteter Krisensituationen kann ein planvoller Umgang mit möglichen Szenarien, d.h. durchzuführende Schritte im Falle einer erneuten Krise ein entlastendes und nützliches Instrument sein.

Mediation
(lat. „Vermittlung“) ist ein strukturiertes freiwilliges Verfahren zur konstruktiven Beilegung eines Konfliktes. Die Konfliktparteien wollen durch Unterstützung einer dritten „allparteilichen“ Person  zu einer gemeinsamen Vereinbarung gelangen, die ihren Bedürfnissen und Interessen entspricht. Der Mediator trifft dabei keine eigenen Entscheidungen bezüglich des Konflikts, sondern ist lediglich für das Verfahren verantwortlich.
Quelle: Wikipedia

 

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N - O - P

Neutralität
Neutralität bedeutet, dass der Berater / Therapeut eine Haltung einnimmt, die offen für verschiedene ggf. auch widersprüchliche Sichtweisen ist. Auf diese Weise erhält er sich die Neugier, die zur Erforschung der verschiedensten Perspektiven nötig ist und eine Atmosphäre, in der Meinungen ohne Angst vor Abwertungen geäußert werden können. Neutralität bedeutet nicht, dass der Berater keine Position vertritt oder keine Meinung hätte.
Eine Stellungnahme bezüglich des Kindeswohls ist ggf. durchaus gefragt. 

Psychoedukation
Beschreibt die Aufklärung und Schulung bezüglich bestimmter (emotionaler) Reaktionen oder Entwicklungsphasen (z.B. Fremdeln von Kleinkindern, Pubertät etc.) Dies entlastet häufig den Klienten / die Familie, da das Verhalten erklärbar wird und eine normale, im Ursprung nützliche Reaktion darstellt. 

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Q - R - S

Reflecting Team
Das Reflecting Team ist eine Methode des Reflexionsgesprächs von zwei oder noch mehr Beratern /Therapeuten in Gegenwart der Familie.  Damit werden weitere Perspektiven, neue Informationen und Hypothesen eingebracht. 

Refraiming - Umdeutung
Die grundlegende Idee des Refraiming ist, dass ein oftmals negativ bewertetes Verhalten umgedeutet wird. Mit der Umdeutung werden die Ressourcen benannt, durch die dieses Verhalten erst möglich wird.

Ressourcen
Eine Ressource (franz. "Mittel", "Quelle") beschreibt ein Mittel oder die Fähigkeit, Dinge zu tun oder Situationen handhaben zu können. Mit "Ressourcen" im Sprachgebrauch der Jugendhilfe sind zwar auch materielle Güter gemeint, oft jedoch nicht-materielle Fähigkeiten, derer sich die Familie oder das Kind, der Jugendliche oft nicht bewusst ist.  

Rollenspiel
Rollenspiel bedeutet eine spielerische Auseinandersetzung mit Lebenssituationen. Indem man verschiedene Perspektiven einnimmt, werden Hintergründe und Motive sichtbar, alternative Handlungsmöglichkeiten werden aufgezeigt.
Quelle: Methodenpool Uni Köln

Satzergänzungstest
Ein Satzergänzungstest ist ein projektives Befragungsverfahren, bei dem Assoziation des Befragten abgefragt werden. Die Testperson muss unter Zeitdruck spontan Teilsätze vervollständigen. Durch diese Art der indirekten Befragung sollen Aussagen über Vorstellungen, Meinungen oder Einstellungen zum einem bestimmten Thema gewonnen werden, die bei einer direkten Befragung z.B. aufgrund von Antworttendenzen in Richtung sozialer Erwünschtheit oder aufgrund einer stärkeren kognitiven Kontrolle der Antworten so nicht ausgesprochen würden.

SG
Deutscher Verband für Systemische Forschung, Therapie, Supervision und Beratung e.V.; Fachverband zur Vertretung und Weiterentwicklung des Systemischen Ansatzes

Skalierung
Eine Skalierungsfrage wird angewendet, indem zu einem Begriff, der in der Regel nicht objektiv messbar ist, eine Skala gebildet wird. Häufig geht es dabei um "weiche“ im Gegensatz zu "harten“,  wie zum Beispiel Motivation, Zufriedenheit etc. In der Beratung, Therapie oder anderen helfenden Gesprächskontexten können so Wahrnehmungen, Einschätzungen, Eindrücke, Gefühle und Fortschritte besprochen und verglichen werden.

Skulptur, Familienskulptur
Die Familienskulptur ist eine von Virginia Satir entwickelte Technik in der Familientherapie. Klienten entwickeln dabei ein systemisches Verständnis über sich selbst, die Beziehungen zu anderen Menschen und über ihre Familienkonstellation. Beziehungen und Verhalten von Familienmitgliedern zueinander werden symbolisch dargestellt. Die „Familienskulpturen“ sind als „Familienrekonstruktion“ ein fester Bestandteil der Ausbildung von Familientherapeuten. Indem man seine Herkunftsfamilie stellt, werden unsichtbare Bindungen und "festgefahrene" Kommunikationsabläufe sichtbar. Beziehungskonflikte und krankmachende Bindungen können erkannt und gelöst werden. Familienskulpturen können auch mit Stellvertretern wie Klötzchen oder Spielfiguren aufgestellt werden.

Im Rahmen einer Skulptur können durch den Einsatz von Seilen die Beziehungen, Bindungen und Loyalitäten der Person an andere Personen oder biografische Inhalte verdeutlicht werden.

Supervision
"Supervision ist die Betrachtung und Reflexion professionellen Handelns und institutioneller Strukturen. Systemische Supervision basiert auf den Prinzipien systemischen Denkens. Theoretische Grundlagen bilden u.a. die Kommunikationstheorie, die Kybernetik und die Systemtheorie.

Systemische Supervision ist immer kontextbezogen. Sie nimmt die Wechselwirkung zwischen Person, Rolle, Funktion, Auftrag und Organisation in den Blick. Ziel ist die Erweiterung der Denk- und Handlungsmöglichkeiten. Menschen werden als selbstverantwortlich handelnde Personen respektiert. Verhalten wird als nicht vorhersehbar, kontrollierbar und beliebig steuer- und veränderbar angesehen. (....)"
(Anne Valler-Lichtenberg / DGSF)

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T - U - V

Tetralemma
Diese Methode ist eine Skulptur zur Erarbeitung von Lösung eines vermeintlichen Dilemmas. Dabei stehen die zu besetzenden Positionen bereits fest. Diese sind: „das Eine“ – „das Andere“ – „Beides“ – „keins von Beidem“  sowie der Joker: „es geht eigentlich um etwas völlig Anderes“. Bei dieser Methode kann sich der im Dilemma befindliche auf die im Raum markierten verschiedenen Positionen stellen und sich besser hinein fühlen, als lediglich über Sprache. 

Timeline
Die Timeline (Zeitlinie) ist eine Methode aus der Skulpturarbeit zur Visualisierung von biografischen Aspekten einer Person. Mit Hilfe einer Linie im Raum werden wichtige Situationen und Erlebnisse benannt und sichtbar gemacht.

Videoanalyse und  - feedback
Mit dem Einsatz von Medien entsteht die Möglichkeit, die Interaktion einer Familie zusammen mit dieser im Nachhinein zu betrachten und zu analysieren, um die Aufmerksamkeit auf hilfreiche Verhaltensweisen  und Veränderungsmöglichkeiten zu lenken.

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W - X - Y - Z

Ziele - wohlformulierte
Wohlformulierte Ziele 
- beschreiben einen positiven Zustand, der in der Zukunft liegt
- sind konkret und in einem bestimmten Zeitraum zu erreichen
- sind realistisch, d.h. sie liegen in der Hand dessen, der das Ziel hat
- sind in der Sprache desjenigen formuliert, der das Ziel hat.

Zirkularität
beschreibt im Unterschied zu linearen Prozessen von Ursache und Wirkung das Aufeinander-bezogen-sein von Kommunikation und Verhalten. Mit der Technik des zirkulären Fragens gibt der Berater Raum für unterschiedliche Sichtweisen auf bewährte "Familienwahrheiten". Es werden nicht Fakten oder Überzeugungen erfragt, sondern mögliche Einschätzungen und Reaktionen in Beziehung zueinander gesetzt werden.

 

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