Systemische Beratung, Therapie und Supervision
im Bereich der Erziehungshilfen.

Wir helfen Familien in Krisen.
Gemeinsam finden wir Wege, auf denen neuer Zusammenhalt wächst.

Empfohlene Einrichtung der DGSF

Was heißt "systemisch"?

Neutralität - Hypothesenbildung - Zirkularität

Die drei Leitbegriffe systemischer Arbeitsweise wurden in den 1980er Jahren vom "Mailänder Team" erarbeitet und umschreiben sowohl die Haltung des Beraters / Therapeuten als auch die Art der Einflussnahme auf Individuen, Familien oder Gruppen. 

Neutralität meint, dass der Berater / Therapeut eine Haltung einnimmt, die offen für verschiedene, ggf. auch widersprüchliche Sichtweisen ist. Das bedeutet nicht, dass er keine eigene Position hätte oder jede Sichtweise gutheißen müsste. Neutralität oder Allparteilichkeit bedeutet vielmehr, sich die Offenheit und Neugier zu erhalten, um all die verschiedenen Perspektiven des Systems kennenzulernen.   

Ausgehend von der Annahme, dass Individuen oder Familien sich nicht verändern, wenn sie von außen dazu aufgefordert werden, sondern wenn sie neue Optionen erkennen und sich autonom dafür entscheiden können, besteht die Aufgabe des Beraters darin, widersprüchliche Sichtweisen miteinander in Beziehung zu setzten, Hypothesen darüber zu entwickeln und Verhaltens- oder Kommunikationsmustern eine andere Deutung zu geben.

Damit werden neue Optionen ins Spiel gebracht und festgefahrene Glaubenssätze "verflüssigt". Zirkularität umschreibt im Unterschied zu linearen Prozessen das Aufeinander- bezogen-sein von Verhalten. Mit der Technik des zirkulären Fragens gibt der Berater Raum für unterschiedliche Sichtweisen auf bewährte "Familienwahrheiten". Es werden nicht Fakten oder Überzeugungen erfragt, sondern mögliche Einschätzungen und Reaktionen in Beziehung zueinander gesetzt werden. Entscheidend ist, dass ein "öffnender Dialog" (Rotthaus s.u.) entsteht.

„Die systemische Psychotherapie, die systemische Beratung und die systemische Supervision bauen auf modernen Konzepten systemtheoretischer Wissenschaft auf, die mittlerweile Eingang in alle Disziplinen der Natur-, Geistes- und Sozialwissenschaften gefunden haben. Sie ermöglichen es, komplexe Phänomene, die menschliches Leben und Zusammenleben charakterisieren, komplexitätsgerecht aufzufassen und eine passende Methodik zu ihrer Behandlung zu entwickeln. Nach systemischem Verständnis ist der Mensch immer zugleich als biologisches und als soziales Wesen zu betrachten.

Die systemische Perspektive rückt deshalb die dynamische Wechselwirkung zwischen den biologischen und psychischen Eigenschaften einerseits und den sozialen Bedingungen des Lebens andererseits ins Zentrum der Betrachtung, um das Individuum und seine psychischen Störungen angemessen verstehen zu können. Die systemische Therapie und Familientherapie verfügen über eine eigene klinische Theorie und Methodologie zur Erklärung und Behandlung psychischer Störungen.(….)

Grundlage für die systemische Praxis ist die Kooperation zwischen Hilfesuchendem und Helfer. Zentrales Arbeitsmittel ist der öffnende Dialog. Dem Klienten gegenüber bemüht sich der Therapeut, Berater oder Supervisor um eine Haltung des Respekts, der Unvoreingenommenheit, des Interesses und der Wertschätzung bisheriger Handlungs- und Lebensstrategien.“

                                                      Wilhelm Rotthaus, www.DGSF.org